33. Folge – Dreimal unter 10,– Euronen

Wein Soul-Faktor Euronen
2010 Spätburgunder, QbA, trocken Kaiserstuhl
Weingut Holger Koch, Baden
bis 10
2010 Pinot Blanc
Markus Molitor, Haus Klosterberg, Mosel
bis 10

Der heutige Gast bei Wein am Limit heißt Stephan Reinhard. Er ist Chefredakteur beim einflussreichen Newsletter „Der Weinwisser“ und bekannter Weinbuchautor. Ich habe Stephan – als großer Kenner der deutschen Weinszene – gebeten, drei seiner besten Geheimtipps unter zehn Euro in das WaL-HQ mitzubringen. Diese Kategorie ist am Markt besonders gefragt. Denn besonders unter zehn Euronen ist es eine große Herausforderung, richtig spannende Weine, die aus der Einheitsware hervorstechen, zu finden. Es gibt es zwar viele ordentliche Weine in diesem Segment, aber selten Großartiges. Obwohl sich der „Weinwisser“ in erster Linie mit den Luxusweinen dieser Welt beschäftigt, beweist Stephan in dieser Folge, wie gut er den Markt kennt.

Ich war schon sehr frappiert, als er mir einen weiteren Überraschungsgast präsentierte: den römischen Weingott Bacchus. Dieser soll im weiteren Verlauf eine besondere Rolle spielen. Dazu später mehr – und nicht irritieren lassen!

Der Spätburgunder vom Weingut Knab ist ein klarer, frischer Spätburgunder. Grundehrlich, fruchtig und solide. Ein klasse Alltagswein, der aufzeigt, wie hoch das Niveau in Deutschland für diese Rebsorte sein kann. Da der Spätburgunder aufwändig zu kultivieren ist, finde ich diesen Tipp besonders wertvoll.

Der zweite Wein ist ein Weißburgunder vom bekannten Moselaner Winzer Markus Molitor. Ein positiv „weinverrückter“ Produzent, der sich in den letzten Jahren einen großen Fankreis erarbeitet hat. Seine individuellen Rieslingweine gehören zu den Besten ihrer Klasse. Aber auch mit seinen Spät- und Weißburgundern zeigt Markus, dass es an der Mosel nicht immer um Riesling gehen muss. Sein Pinot Blanc ist ein Hammerwein, der sich unglaublich klar und präzise präsentiert. Der Jahrgang 2010 gilt in Deutschland als schwierig und wurde von einigen Journalisten heruntergeredet. Dieser Weißburgunder zeigt wieder einmal, wie vorsichtig man mit solchen „Generalverurteilungen“ umgehen sollte. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Viel Spaß beim Schauen!

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31 Antworten zu 33. Folge – Dreimal unter 10,– Euronen

  1. Joachim Christ schreibt:

    Hendrik immer ein großer Spaß dir bei der Arbeit zuzusehen, großartig auch der junge “aufgräumt nüchterne” Journalist aus Lüneburg. Mal wieder ein sehr guter Dreh !!

  2. Thorsten Jordan schreibt:

    Hey Hendrik. Tolle neue Folge, genau das richtige für Schüler (das sind die Leute ohne viel Wochenstunden aber auch wenig Geld) wie mich! Für knapp 5 Euro mehr bekommt man auch den “Wehlener Klosterberg Pinot Blanc” von Markus Molitor. Der ist meiner Meinung nach noch etwas vielschichtiger und dürfte sich glaube ich auch erst ein Jährchen länger lagern lassen, bevor er sich richtig öffnet! Danke für die Folge, ich bin schon gespannt auf den zweiten Teil!
    Grüße Thorsten

  3. Rainer Fantasiename schreibt:

    Endlich mal ein „vernünftiger“ Gast, dem ich unangestrengt zuhören kann und nicht durch „Rebellentum“ oder anderen Selbstdarsteller-Schnickschnack abgelenkt werde! Danke dafür! Wahrscheinlich zu vernünftig und daher der „Weingott“ in der Mitte? ;o)
    Der Tipp sich bei Weingütern auf den Basiswein zu konzentrieren möchte ich ebenfalls unterstreichen. Entspricht meiner Erfahrung bei diversen Probierpaketen. Meistens ist es der einfache Gutswein der mir schmeckt.
    Das ist so ähnlich wie bei Feinschmeckern. Da wird das „Graubündener Gammelfleisch“ in den Himmel gelobt und den satt und zufrieden machenden Genuss holt man sich bei der einfachen Knackwurst! ;o)
    Hier mal ein besonders schönes Beispiel für blumige Weinprosa:
    http://www.buerklin-wolf.de/index.php/artikeldetails_popup/category/Gereifte_G.C./article/id-2005-ungeheuer-gc.html?id=173
    “Ein jugendlicher, fast schüchterner Charmeur im Schatten junger Mädchenblüte. Feingliedriger, schlanker Nachhall in sanfter Moll-Tonart.”

    Viele Grüße, Rainer

  4. Patrick schreibt:

    Super Folge, super Gast und schon wieder Molitor. Langsam beängstigend was der in der unteren Preis-range so alles raushaut. Da können sich viele warm anziehen da draussen. Auf Profit-Maximierung zu verzichten und an der Basis solche Qualität abzuliefern verdient allerhöchsten Respekt. Im Gegensatz zu Rainer geht’s mir eher so daß ich an der Basis sehr wenig finde was mich überzeugt. Deshalb stechen solche Leute wie der Molitor ja so hervor.

  5. freddy schreibt:

    super Thema mehr davon!

  6. Gilli Vanilli schreibt:

    Super folge hoffe doch die Fortsetzung folgt bald

    Molitor ist def. Einer meiner Favoriten in Deutschland – was der bei dem Preisniveau macht ist einfach unglaublich

    Was mich hier stört das er den Wein Pinot blanc nennt statt Weißburgunder !!!

  7. Der Praktikant schreibt:

    Hi Hendrik, starker Typ da in eurer mitte !!!! ” Bachus” hat mich so irritiert das ich die Sendung noch mal von vorne ansehen muß. Gutes Thema macht Freude !!!

  8. Praterralle schreibt:

    Tolle Sendung und sehr interessanter Gast. Das man für wenig Geld keinen guten Wein in Deutschland bekommt habe ich schon immer für ein tragisches Gerücht gehalten. Endlich mal ein Gast, der diese Meinung auch vertritt.
    War erst letzte Woche in Escherndorf und habe mich bei Horst und Rainer Sauer (Zwei Spitzenweingüter und nicht miteinander verwandt) mit Silvaner Kabinetten für ca. 7,50 Euronen eingedeckt. Ich finde es auch sehr interessant aus für Spätburgunder ganz untypischen Regionen, wie der Mosel, eben solche für unter 10,– Euronen zu probieren. Dort wird schon aufgrund der Klimaerwärmung mit Rotweinreben experimentiert. Von der Mosel habe ich den Weißburgunder vom Karthäuserhof 2010 probiert und diesen als Hammerwein empfunden. Preislich auch in der Kategorie 10,– Euronen. Molitor wird aber auch bestellt.
    Bedenklich finde ich solche Preisvorgaben, die vom VDP ab 2015 bei GG etc. eingeführt werden sollen, sowie die Lagenabschaffung. Hier wird halt Politik betrieben und sich viel zu sehr an dem internationalen Markt orientiert. Wir haben uns denke ich schon viel zu sehr daran gewöhnt, dass Winzer ihre Weine nur unter Namensangabe und Sortenbezeichnung anbieten ( in der Regel über 10 Euronen ). Die selbe Rebsorte aus ganz verschiedenen Lagen zu probieren hat meiner Meinung nach einen ganz besonderen Charme. Vielfältigkeit anstatt Gleichmacherei und damit auch ehrliche Preise.

  9. Pascal schreibt:

    Hallo Bachus, Hendrik & Stephan

    Wieder ein interessantes Thema: Weine unter 10 Euro. Ich mache als Hobby selber etwas Pinot und weiss wie viel Arbeit in jeder Flasche steckt, wenn man alles von Hand macht. Bei uns ist es ca. 1 Std. pro Flasche im Rebberg und dann kommt noch die Kellerarbeit.
    Wieviel Handarbeit steckt in einem Wein von unter 10 Euro. Ich würde mal frech behaupten: ca. 10 Minuten. Frag doch mal die Winzer?

    LG Pascal

    • Felix schreibt:

      Servus Pascal, habe bei der Lese 2011 an der Saar mitgeholfen (um die 80.000 Flaschen) und wenn es sich um Steillagen handelt, wie das bei Markus Molitor ja auch der Fall ist steckt da selbst bei den Gutsweinen einiges an Handarbeit und Zeit dahinter, klar bei einem GG rennst du 5 mal durch die Reihen und suchst nur das beste Material, aber von Hand lesen, sortieren, Kellerarbeit und Co. fallen auch beim Gutswein an… Liebe Grüße!

      • Praterralle schreibt:

        Also vielleicht sollte man sich mal klar machen, daß die einfachen Guts-und Literweine eigentlich nicht aus den Steillagen kommen. Ein Großteil dieser wird mit Vollerntern gelesen, bis auf wenige Ausnahmen. Habe selbst mit Freunden einen Hobbyweinberg und man kann diese Handarbeit eigentlich nicht mit dem modernen Weinbau vergleichen.
        Außerdem sollte man sich schon einmal überlegen, was Genossenschaftswinzer erhalten, wenn sie ein Kilo Trauben abliefern. Daß man keinen Spitzenwein für 4.99 erhalten kann ist logisch. Aber saubere, interessante Tropfen. Um diesen “Tischwein” geht es eigentlich. Italien und Frankreich können hier inmitten der Eurokrise uns als Vorbilder dienen. Wir Deutsche müssen einfach mal eine Weinkultur entwickeln, die nicht im deutschen Wesen soll die Welt genesen enden soll . Dazu gehören aber auch für den Normalverbraucher erschwingliche Weine.

  10. Felix schreibt:

    Wunderbare Sendung und so schön kurzweilig! Sag mal Hendrik, welche Gläser habt ihr denn in der Sendung zum Verkosten benutzt? Vinophile Grüße, Felix

  11. Stephan Reinhardt schreibt:

    Es ist das Gabriel-Glas Gold Edition von René Gabriel. Gibt es u.a. bei Mövenpick, ist aber leider teuer (24,90 €). Es gibt noch ein schwereres, das maschinell erstellt wird, das kostet deutlich weniger (12 €) und ist ebenfalls hervorragend. Nur eben nicht leicht und zart wie eine Bauchfeder.
    Beste Grüße,
    Stephan

    • Kay schreibt:

      Ich habe mir dieses Glas auch letzte Woche geholt. Und teuer finde ich es überhaupt nicht. Es ist mundgeblasen und von höchster Qualität. Und es spielt in der gleichen Liga wie die besten Riedel Sommelier Gläser. Zudem ist es ein universalglas, sprich du kannst es auch für Weisswein nutzen. Weintrinken macht in diesem Glas einfach viel mehr Spass.

      • Stephan Reinhardt schreibt:

        Ich benutze das Glas seit 2 Jahren nahezu ausschließlich und für sämtliche Proben. Und klar, teuer ist immer relativ. Für diejenigen, die sich hier auch aus Budgetgründen über die Weine freuen, die weniger als einen 10er kosten, sind 25 Euro für ein leeres Weinglas sicher viel Geld. Zumal die Bruchgefahr des Gabriel-Glases nicht zu vernachlässigen ist. Ich habe 3 Gläser in 25 Monaten geschrottet, was für mich als Dauerbenutzer aber durchaus mäßig ist.

  12. Stephan Reinhardt schreibt:

    Und zur Präzisierung der verkosteten Weine:
    2010 Kaiserstuhl Spätburgunder, Holger Koch, Baden – 8.90 € bei http://www.viniculture.de in Berlin
    2010 Pinot blanc Haus Klosterberg, Markus Molitor (Mosel) – 9.90 € bei http://www.alleswein.com bei Hannover

  13. Simon schreibt:

    Moin Hendrik,
    wieder eine tolle Folge mit zwei netten Gästen!
    Da das Budget schon eine recht große Rolle spielt, finde ich es toll, dass ihr auch das andere Ende der Preiskategorien in Angriff nehmt. Macht einfach nur Lust auf Mehr!
    Ich warte gespannt auf den zweiten Teil!
    Viele Grüße,
    Simon

  14. Marcio Hamann schreibt:

    Hallo Hendrik & Gäste

    Wieder mal eine super Folge mit einem interessanten Thema und (wie immer) tollen Gästen. Vor wenigen Wochen habe ich mir exakt diesen Weissburgunder von Markus Molitor in den Keller gelegt und mir gedacht: “der macht doch super Sachen, warum nicht mal einen Blindkauf in dieser Preisklasse tätigen?!” Die Vorfreude lässt grüssen :-)

    Mein Wunsch für zukünftige Folgen: mehr Rotwein aus Spanien und Portugal! Ich freue mich auf weitere Folgen – immer weiter so, einfach toll!

    Beste Grüsse aus dem Heidiland
    Marcio

  15. Elmar schreibt:

    Wo bleibt Teil II?

  16. Rainer schreibt:

    Gesprochener Text ab 20:10 = „Morgen geht es weiter“ und auch Texteinblendung „Morgen geht es weiter bei http://www.weinamlimit.de“
    Bei so einer exakten Ansage sollte die Programmänderung, Verschiebung um immerhin 3 Tage, auch fairerweise nachträglich im Video eingeblendet werden oder im Text zum Beitrag als Update-Info geschrieben werden.

    OK, so schlimm ist es zwar nicht, aber es war ja offensichtlich anders geplant und da hat sich sicher mancher auch schon drauf gefreut. ;o)

  17. theo schreibt:

    Klasse Folge. Beeindruckend auch immer wieder der Mut, eine Blindverkostung vorzunehmen, wobei dann nicht viel mehr rauskommt als bei mir oder anderen Laien.
    Mach weiter so, das gibt Mut

    • Thorsten Jordan schreibt:

      Also ich finde schon, dass da mehr dabei herauskommt, als bei Laien! Ich kann noch nicht mal einen Bacchus von einem Silvaner unterscheiden! Und Hendrik&Friends schreien einfach so die Rebsorte des gerade getrunkenen Weines heraus! Allergrößten Respekt! Sag mal Hendrik, so im Vertrauen: Wie viel Wein muss man trinken, um so etwas zu schaffen, wie viel Erfahrung muss man haben? Da muss man wahrscheinlich auch viel lesen, oder?

  18. theo schreibt:

    Also einen Spätburgunder erkenne sogar ich in den meisten Fällen blind.(Farbe+Nase)
    Er erkennt nicht mal den Holzausbau.
    Den Weissburgunder erkennt er gar nicht. So what.
    Wenn man ihm sagt was er trinkt kann er viel dazu erzählen, aber bis dahin?
    Aber mutig versucht er es immer wieder blind.

    • Thorsten Jordan schreibt:

      Vielleicht liegt das ja auch daran, dass es auch durchaus Weine geben soll, die gar nicht sortentypisch schmecken, aufgrund des “Terroirs” (ja, ich weiß, ein gefährlicher Begriff), des Ausbaus, whatever. Also finde ich es persönlich auch nicht schlimm, dass manche Weine nicht erkannt werden! Ich trinke nun seit etwa zwei Jahren ambitioniert Wein und kann jetzt schon stolz auf mich sein! So ‘ne tolle Nase bzw. Gaumen wie Hendrik habe ich noch lange nicht, das ist klar! Aber wenn Sie natürlich alles besser können, können Sie das ja mal in einem Video unter Beweis stellen!

  19. Thorsten Jordan schreibt:

    Falsch, ich bin nicht stolz darauf, dass ich keine tolle Nase habe. Ich hatte gemeint, dass ich schon stolz darauf wäre, was ich jetzt kann. Genauso ernüchtert mich das aber ebenso, da Hendrik&Co noch einmal knappe 200% über meiner Liga spielen. So war das gemeint! Und kindisch wäre glaube ich das falsche Wort. Kindisch ist eher, alles und jeden schlecht zu reden, aber selber nichts besseres zu zeigen!

  20. Wine Nerd schreibt:

    Hallo zusammen,

    wollte mal meinen Lieblingsrotwein aus D-Land posten: Cuvée Incognito von P. Kuhn. Habe noch nix, was mir besser schmeckt (für den Preis) gefunden. Ist halt eher was handfestes und fettes, aber für mich sehr lecker.

  21. Peter schreibt:

    Früher habe ich Weißburgunder für eine recht langweilige Rebsorte gehalten, doch mittlerweile weiß ich sie für ihre Vielschichtigkeit und Unberechenbarkeit sehr zu schätzen. Besonders beeindruckt hat mich der Weißburgunder des Weinguts Freiherr Heyl zu Herrnsheim aus Rheinhessen. Letzterer ist, in meinen Augen zumindest, einer der besten Weißweine Deutschlands.

  22. fabian schreibt:

    Habe ich die Verkostung von Knab verpasst? Spätburgunder vom Kaiserstuhl mit K beginnend und 4 Buchstaben passt aber schon.

  23. robert schreibt:

    Hello
    Nice to see Holger Koch wine beeing enjoyed.
    I can only recommend tasting more of he´s wines. They are all top class quality.
    Maybe you should change the description of the video form Der Spätburgunder vom Weingut Knab ist ein klarer, frischer Spätburgunder int Der Spätburgunder vom Weingut Holger Koch ist ein klarer, frischer Spätburgunder .

    best regards

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