44. Folge – Der Test!

Wein Soul-Faktor Euronen
Veuve Durand Brut
Vertus, Champagne
10-20
Louis Roederer Brut Premier
Reims, Champagne
30-40
Veuve Clicquot Ponsardin Brut „Yellow Label“
Reims, Champagne
30-40
Bruno Paillard Première Cuvée Brut,
Reims, Champagne
30-40

Heute wird blind verkostet, und es geht um kein geringeres Getränk als den Champagner. Prestige und Image dieses schäumenden Weines aus Frankreichs nördlichstem Anbaugebiet sind unbezwungen.

Den meisten Menschen ist es allerdings ziemlich egal wo der Stoff herkommt, den sie im Glas haben, oder wie er entstanden ist. Für sie gilt: Hauptsache, es ist Champagner, er schäumt, und es gibt etwas zu feiern. Denn derjenige, der Champagner trinkt, darf sich auf der Sonnenseite des Lebens wähnen.

Der Champagner ist ein echtes Kunstwerk, das sich aus vielen unterschiedlichen Komponenten zusammensetzt. Ich kenne kein Getränk, bis auf den Portwein, das eine derart komplexe Struktur kulturell, klimatisch und geologisch vereint.

So finden sich auf den 31.000 Hektar Weinbergen z. B. sieben Rebsorten und fünf Unterzonen (Montagne de Reims, Vallée de la Marne, Côtes de Blanc, Aube, Côte de Sézanne), 17 Grand-Cru- und 41 Premier-Cru-Orte (4.000 bzw. 5.000 Hektar). Der ganze Herstellungsprozess wird streng überwacht: Zum Beispiel darf man aus 4.000 kg Trauben nur 2.050 Liter Wein pressen, danach dürfen noch 500 Liter Taille gepresst werden (die guten Häuser verachten die Taille und verkaufen sie weiter). Die Mindestlagerzeit auf der Hefe beträgt 15 Monate, wobei die guten Häuser ihre Standardcuvée mindestens 3-4 Jahre in den Kreidestollen, den Crayères, lagern bevor sie auf den Markt kommt. Das sind aber nur ein paar Fakten, und es gibt noch wesentlich mehr zu beachten. Ich empfehle dafür die Seite http://www.champagner.com.

Entscheidend für den Geschmack ist die Philosophie des Erzeugers und der Zugang zu exzellentem Traubenmaterial. Meistens müssen die Weingüter Trauben zukaufen, denn es gibt eine Vielzahl kleiner Weinbauern, die lediglich Reben anbauen, aber nicht selbst ausbauen. Der Kilo-Preis richtet sich nach dem offiziell festgelegten Tarif des Champagnerverbandes. Bis zu sieben Euro pro Kilo, sofern die Qualität aus einem auf der „Echélle de Cru“ zu 100 % klassifiziertem Ort stammt. Sollten die Trauben „nur“ aus einem Premier Cru stammen, gibt es zwischen 980 und 99 Prozent des Preises.
Doch nun genug der Komplexität. Heute geht es um die „Non Vintage“- (NV), die „Standard“-Champagner, von vier Häusern (eigentlich drei, denn Veuve Durand ist eine Handelsmarke) während die anderen Häuser aus eigenen und zugekauftem Lesegut vinifizieren. Die Non-Vintage-Champagner bilden die wichtigste wirtschaftliche Grundlage und machen einen Anteil von 80 Prozent der aus. Die heutigen vier Champagner setzen sich zusammen aus Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier. Dabei haben sie unterschiedliche Grundkriterien in Bezug auf Lagerzeit, Herkunft und Qualitätsanspruch. Ob diese Unterschiede schmeckbar sind, möchte ich in diesem Blindtest herausfinden.

Zu dieser Blindprobe habe ich den „Veuve Durand“ von Aldi als einzige Handelsmarke mit ins Rennen geschickt. Das heißt, für diesen Champagner gibt es keine Kellerei, sondern es sind zusammengekaufte Partien aus allen Bereichen der Region. Diese werden dann mit einem Etikett ausgestattet, und ab geht es in den Verkauf. Dass es hierbei zu erheblichen Schwankungen kommen kann, ist nicht verwunderlich. Dass jedoch die bekannte Stiftung Warentest dieses Produkt besonders heraushebt, ist mir schleierhaft.

Das „Yellow Label“ von Veuve Clicquot besitzt Weltruf und kommt aus dem Stall des Luxuskonzerns Louis Vuitton Moët Hennessy. Auch hier werden in großem Umfang Trauben hinzugekauft, um den wachsenden Durst auf dem Weltmarkt zu befriedigen. Mir persönlich ist er häufig zu süß. Denn als Brut darf er als gesetzliche Obergrenze 15 Gramm Zucker pro Liter aufweisen (das ist eigentlich halbtrocken). Des Weiteren steht der recht unbekannte Bruno Paillard Première Cuvée im Rennen. Ein relativ junges Haus, das in den 80er Jahren gegründet wurde. Den Bruno zeichnen ein besonders trockener Geschmack und ein hoher Anteil an Reserveweinen aus (die klassischen Cuvées setzen sich meist aus drei bis vier Jahrgängen zusammen). Dann gibt es noch Louis Roederer Brut Premier, eine Topmarke, die meist von Kennern und Freaks getrunken wird. Er fällt etwas kräftiger, konzentrierter und „weiniger“ aus als die Konkurrenz. Der Cristal, aus gleichem Haus, gehört zu den teuersten und bekanntesten Champagnern überhaupt. Auch wenn er vor einiger Zeit wegen Äußerungen seines Besitzers, Frédéric Rouzeau, bei den Rappern und Musikern in Ungnade gefallen ist.

Den Rest erfahrt Ihr in diesem Betrag, der mir sehr viel Spaß gemacht. Es lebe die Wahrheit und der Unterschied!

Über hendrikthoma

Master Sommelier und Gastgeber bei Wein am Limit
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41 Antworten zu 44. Folge – Der Test!

  1. Praterralle schreibt:

    Hallo Hendrik,
    fand die Sendung echt Klasse. Von den vorgestellten Champagnern habe ich bisher den Aldi-Champus und den Veuve-Clicqot getrunken und war auch von beiden nicht so begeistert. Den normalen Moet fand ich da interessanter. Was mich immer wieder erstaunt sind die gigantischen Produktionsmengen von Champagnern. Mir sind die kleineren Häuser einfach lieber. Obwohl ich zwei interessante Rosé-Champagner in der letzten Zeit getrunken habe. Billecart-Salmon Brut Rosé und Pommery Brut Rosé. Diese fand ich auch sehr gut als Essensbegleiter und nicht nur als Aperitiv.
    Mittlerweile hab´ ich aber auch einige deutsche Bubbles getrunken und muß sagen, dass sich viele deutsche Winzer mit ihren Sekten absolut nicht verstecken müssen. Ich find diese etwas individueller als große Champagnermarken. Z.Bsp. ein Auxerroissekt von Schloß Sommerhausen hat mir ganz ausgezeichnet geschmeckt.
    Santé

  2. decucinaria schreibt:

    perfekt hendrik! meine empfehlung für brause: jacques selosse – eine granate!
    die massenware aus der champagne ist wirklich nicht schön. besser sind da schon mousseux von seriösen winzern aus dem burgund, dem jura oder anderswo. die regel also, dass champagner drin ist wo es drauf steht sagt nichts. ahoi aus berlin

  3. AxelF schreibt:

    Gratuliere zu dieser Folge und zur bestandenen Blindprobe!
    Zwei allgemeine Fragen, die ich mir immer Stelle, bevor ich 30-40 Euro in die Hand nehme sind, wie lange hält so ein Basis-Champagner diese Qualität, ich meine natürlich ungeöffnet im Keller. Und kann ich erkennen, wie lange er schon im Laden stand. Degorgierdatum haben diese Champagner ja leider nicht aufgedruckt. Wahrscheinlich bleibt da nur der Händler des Vertrauens um sicher zu gehen frische Ware zu bekommen.
    Meine Favoriten, wo ich auch ohne Probleme gut rankomme sind Pol Roger White Foil und der Roederer Brut Premier.

    Gruß Axel

  4. Wolfgang schreibt:

    Hallo Hendrik,

    Gute Episode.
    Bis auf den Veuve Durand – in München gibt es ja nur den Veuve Monsigny – kenne ich alle und bin genau deiner Meinung. Roederer (und Bollinger) gehören für mich definitiv zur Spitze der Markenchampagner. Bei den “kleineren Markenchampagnern” gibt es einige gute: Eben Bruno Paillard, Billecart, Deutz, Pol Roger etc. Allerdings bekommt man die leider auch nicht mehr so günstig.
    Mein Herz schlägt dann aber eher für die Winzerchampagner. Da gibt es so viele kleine Häuser, bei denen man die Einstiegscuvee richtig günstig bekommt und bei denen die (um Welten besseren) Vintage-Champagner so viel kosten wie die bekannten Marken. Bei denen ist es auch egal, wenn nicht alle Jahrgänge gleich schmecken und einen Einheitsgeschmack müssen die bei nur 25.000 Flaschen auch nicht treffen.

    Grüße
    Wolfgang

    P.S: War das nicht Napoleon?
    “Le champagne, dans la victoire, on le mérite, dans la défaite, on en a besoin “

  5. Rauscher schreibt:

    Hallo Hendrik,
    Super Sendung & gratulation zur Blindverkostung!
    Erstmals die gleiche frage wie AxelF- wie lang hält sich n Champagner oder ein DOCG Sekt im Keller?
    Weiters für alle Champagner& Cidre freunde aus Wien, schaut mal in die Schleifmühlgasse im Perlage (www.perlage.at/) vorbei. Super Laden, ehrlich!
    Grüße aus Kalifornien

  6. Jürgen schreibt:

    Ich lese und lerne dazu, leider gibt es kein Geschmacksinternet.

  7. Barolista schreibt:

    Sehr schöne Blindprobe, ein Winzerchampagner wäre auch noch schön gewesen. Ich stimme da völlig mit Wolfgang überein, sie sind in Deutschland schwerer zu bekommen, aber die Preise sind ein bisschen stimulierender als bei den großen Namen trotz mindestens gleicher Geschmacksfreude am Gaumen. Mein Favourit: der Terroirs Extra brut aus dem Hause Agrapart & Fils. Was den Aldi-Champagner betrifft, die Süd-Variante finde ich auch ganz scheußlich und auf Stiftung Warentest Urteile im Bereich von Genuss- und Lebensmittel gebe ich schon gar nichts mehr, seitdem ich mal eine Weile den Kampf von Andreas März (Chefredakteur von “Merum”) gegen die Verkostungsurteile der Stiftung im Bereich von Olivenöl verfolgt habe. Puuuhhhh!

    • Pierbattista schreibt:

      Agrapart, ganz gross!!!
      Aber auch Tarlant und nicht zu vergessen Cédric Bouchard die Linie “Roses des Jeanne”.

      • Barolista schreibt:

        Oh, danke für den Tip: beide (Tarlant und Bouchard) kenne ich noch nicht, habe letzteren aber gerade im Sortiment meines Weinhändlers aufgestöbert und werde ihn demnächst probieren. Die Informationen zu “Roses des Jeanne” und Monsieur Bouchard klingen auf jeden Fall sehr vielversprechend…

      • Rainer schreibt:

        Wenn Aldi hier schon genannt wird, dann muss sich Lidl auch nicht verstecken. Was Bouchard angeht, den hab ich ebendort entdeckt: http://www.lidl.de/de/Champagner-Sekt-Secco Manchmal sind die Sachen aus dem Online-Shop aber auch in der Filiale vor Ort vorrätig, ist aber vom zuständigen Regionallager abhängiger Zufall.

      • Barolista schreibt:

        unter dem Link finde ich keinen Bouchard, nur einen Cremant von Bouvet-Ladubay. Monsieur Bouchards Parzellen sind auch so klein und er keltert nur die eigenen Trauben, der wird ganz sicher niemals bei Lidl zu finden sein.

      • Rainer schreibt:

        Sorry, da hab ich die Namen verwechselt. :)

  8. Marco Rosso schreibt:

    Hallo Hendrik,sensationelle Sendung und das Ergebnis überrascht irgendwie nicht.Louis Roederer ist auch mein Favorit,einer der besten NV Champagner ! Bruno Paillard habe ich auch schon probiert und finde ich ebenfalls gut.Bitte mehr Blindverkostungen,das macht richtig Spaß.
    Cheers und mehr Spaß im Glas ! ;-)

  9. Rainer schreibt:

    In Frankreich wird schon mal wie im Video gezeigt ganz entspannt eine Flasche Champagner auf dem Balkon sabriert und der Korken saust nach draußen. Wer das in D ausprobiert und den Kork in die FuZo fliegen lässt, wird wahrscheinlich Besuch vom SEK bekommen – tja, soviel zum Thema cool – uncool! ;)

    Den Champagnersäbel sah ich in WaL-Folge 3 doch auch schon als Tischdeko? Das wäre doch ein schöner Spaß für die Sendung „Poolwein“ gewesen. Aber nackt im Pool mit der Blankwaffe hantieren ist vielleicht doch etwas riskant.

    Schöner Beitrag, MS at work, alles richtig sortiert und souverän zugeordnet, Respekt das ist mir eine Freude das zu sehen.

  10. Rainer schreibt:

    http://www.dailymail.co.uk/news/article-2187999/Euromillions-winners-Adrian-Gillian-Bayford-used-champagne-lifestyle.html

    Apropos Churchill, seine Lieblingsgenussmittel sollen Zigarre und Whisky gewesen sein. Wie seinem hier im Video gezeigten Landsmann ist es mir auch schon ergangen, die Kohlensäure beißt ihn und es schmeckt ihm nicht. Lustiger finde ich die Verwendung als Dusche in der Formel 1 Siegerzeremonie aus grotesk gigantischen Flaschen.

    Bei ALDI-Nord gibt es um die Weihnachtszeit herum – also in wenigen Wochen wieder den “Crémant de Loire A.C., Jean Sablenay”

    “Cremant” ist ja bekanntlich das Zeugs, das wie Champagner geschüttelt und gerüttelt wird aber nicht aus der Region sondern außerhalb der Champagne hergestellt wird. Der genannte Cremant ist durchaus trinkbar, frisch wie ein Schluck aus einer Quelle, wenig fruchtig, viel Frische. Für den Preis von 5,99 EUR tatsächlich ein Spaß im Glas.

    • Wolfgang schreibt:

      Hallo Rainer,
      Churchill hat auch sehr gerne Champagner getrunken. Zumindest so gerne, dass Pol Roger ihm seine Top Cuvee “Sir Winston Churchill” gewidmet hat.
      Über den Aldi-Cremant kann man streiten, da inverstiere ich lieber ein zwei Euro mehr und trinke was von Bouvet oder anderen guten Erzeugern.

      • Rainer schreibt:

        Danke für den Crémant-Tipp! Als nächstes Kohlensäure-Weinchen lasse ich mir im Herbst den ebenfalls sprudelnden Federweiße schmecken. Den gibt’s direkt aus dem Bioladen um die Ecke. Das ist der frischer Wein samt Hefe der sich noch in der Gärung befindet. Kein Vergleich zu dem Discounter-Federweißer aus Italien. Der vom deutschen Biowinzer schmeckt schon fast wie der Wein der er mal werden soll, das italienische Angebot ist eher süße Blubberbrause. Ist aber sicher auch Geschmackssache, beim Biozeug kauf ich den weißen Federweißer und beim Discounter den “roten Sauser”.
        Froh zu sein bedarf es wenig… ;)

  11. Rotenberger schreibt:

    Hallo Hendrik!
    Ich möchte Dir nochmal Danken, dass Du “deinem Format” treu geblieben bist und die Begeisterung für all die tollen “Tropfen” und was dazu gehört in toller Manier rüberbringst! :-)

    Veuve C. ist meiner Meinung nach völlig “überbewertet” und mehr Schein als sein.
    Was hälst Du von RUINART? Außerdem kann meiner Meinung nach so mancher Winzersekt die überteuerten und z. T. lieblos gemachten Champagner deutlich in den Schatten stellen ;-)

  12. Niklas Peltzer schreibt:

    Probiert mal english fizz, gibt paar Sachen die für mich wesentlich autentischer sind als viele Champagner und hier in England, in dem Champagner eine große Rolle spielt, wird der englische Schaumwein hoch gelobt. Probiertipps: Nyetimber und Ridgeview. Beide produzieren nur Vintage Schaumwein und bei Nyetimber z. B ist. der Aktuelle Jahrgang 2004, sprich kommt schon gereift auf den Markt. Bei Ridgeview kann man sich wunderbar durch sechs verschieden Champagner Cuveès probieren, was ich sehr interessant finde um auch mal die Unterschiede der einzelnen Rebsorten zu erkennen.

    Cheers und danke für die lehrreiche Unterhaltung.

  13. Stephan Ziehen schreibt:

    Ich wage mal zu behaupten,daß fast alle großen französischen Marken Champagner schlecht
    sind.Zuviel Image und Marketing und zuwenig Qualität im Wein.
    Mal ganz ehrlich,man gibt 30-40 € aus und bekommt nur Mittelmass-würden Still-Weine so
    viel kosten,würde man die Winzer hart kritisieren,bei Champagner nimmt man das hin.
    Ich finde das gros der Winzer-Sekte besser und authentischer als die meisten Champagner-
    mit Ausnahme der Winzer Champagner und der einiger Grand Cuvees.

  14. Kay schreibt:

    Danke für den Beitrag, war sehr interessant. Ich werde nun mal den Louis Roederer probieren und schauen ob der was für mich(uns) ist. Ich hätte da eine Frage und zwar, was machst du immer mit deinen offenen Flaschen, in diesem Fall diesen vier offnen Flaschen Champagner? Trinken wirst du sie wohl kaum.

    • hendrikthoma schreibt:

      Hallo Kay, meine Nachbarn Ralf und Petra werden immer versorgt. Der Rest geht zu Cornelia Poletto zum verkochen. Ein paar Sachen trinken wir auch selbst aus. Da bleibt nix über!

      • Kay schreibt:

        Danke für die schnelle Antwort Hendrik, meine Freundin meinte eben auch das kriegen sicher seine Nachbarn und ich darauf, wir müssen die Nachbarn von Hendrik werden ;-) Hast du nicht lust in die Schweiz zu ziehen? ;)

    • Rainer schreibt:

      Bei einem Winzer im Elsass hab ich bevor es mit der Weinprobe losging mir das schnapsglasgroße Probierglas aus diesem wunderschönen, mit dekorativer Glasur versehenen Krug aufgefüllt und ausgetrunken. Was soll ich sagen, es schmeckte und war durchaus trinkbar. Die Gläschen waren so klein und der Wein den es später gab war so frisch und aromatisch, ich hoffe niemand hatte vorher etwas anderes getan als nur den Glasrest dort hinein zu schütten. ;)

      Videoblogger „Weindeuter“ zeigt bei YouTube wie er das macht.
      Domini Del Borgo Vecchio 2008

  15. Mathias schreibt:

    Hallo Hendrik,
    also es gibt für Profis sicherlich einige Mittel und Wege, bei einer solchen selbstgestellten Aufgabe wie dieser “Blindprobe” zu dem gewünschten Ergebnis zu kommen. Ich vermute, Du hast diese Champagner nicht zum ersten Mal probiert und warst Dir von vornherein sicher, dass Du sie unterscheiden kannst. Trotzdem eine schöne Inszenierung ;-) Den Aldi-Champagner habe ich vor längerer Zeit mal getrunken, seitdem nicht wieder, weil ich ihn auch nicht so besonders fand. Und auch, wenn 13 Euro (oder wieviel?) für einen Champagner wenig sind, so sind es doch für einen schlechten Champagner auch wieder zu viel. Für den Preis kriege ich einen hervorragenden deutschen Winzersekt oder einen Crémant, die wesentlich mehr Spaß machen. Genauso ein Reinfall war z.B. der Barolo von Aldi, und den Amarone traue ich mich schon gar nicht zu probieren – vermutlich auch rausgeschmissenes Geld. Ganz selten sind bei den Aldi-Schnäppchen mal Perlen dabei (den Spy Mountain Sauvignon Blanc aus Marlborough fand ich ganz gut), aber da muss man schon Glück haben – und probieren kann man ja bei Aldi leider nicht.

    • hendrikthoma schreibt:

      Danke Matthias, ich habe nicht geübt und den Aldi Champagner auch länger nicht probiert. Wollte eigentlich positiv überrascht werden. Vor allem die Veuve Clicquot enttäuscht. Denn 38 Euronen sind fett für einen ordentlichen Stoff. Es wird ja auch immer wieder angezweifelt, ob das “Blindverkosten” bei Profis wirklich funktioniert bzw. wird es angezweifelt.

      • Mathias schreibt:

        Ich wollte auch nicht behaupten, Du hättest geübt – das hast Du sicher nicht nötig. Aber ich denke als Master-Sommelier in der gehobenen Gastronomie hat man den ein oder anderen Champagner schon mal probiert und kennt die Stilistiken der großen Häuser (oder überschätze ich Euch da?) Und wenn man dann drei “alte Bekannte” hat, ist der vierte ja auch nicht schwer zu erkennen. Im Prinzip halte ich diese Fähigkeit aber auch für gar nicht so wichtig – das ist eher so was für “Wetten,dass…” Das entscheidende bei einer Blindverkostung ist doch auch nicht, dass man erkennt, was es ist, sondern dass man die Weine unvoreingenommen beurteilt – und da vertraue ich Dir durchaus.

    • Rainer schreibt:

      http://weinamlimit.de/2012/05/25/839/

      Zum Aldi-SB-Marlborough hab ich Hendrik auch meine sehr widersprüchlichen Eindrücke geschildert. Zunächst blankes Entsetzen meinerseits, dann nachdem die Flasche offen war und 2 Tage im Kühlschrank stand verlor sich die beißende Kratzigkeit, ein nachgekauftes Exemplar unterschied sich dann seltsamer Weise in leichten Details was den Etikettenaufdruck anging und auch der Geschmack war nicht mehr beißend sondern „interessant“ im positiven Sinne und durchaus genießbar. ;) Eigentlich wollte ich noch eine dritte Flasche davon aufmachen, aber die ist dann doch noch bis auf weiteres verschlossen geblieben.

  16. Michael schreibt:

    Moinsen,

    schöner Beitrag über das spannende Thema Champagner. Mein Top-Champus ist ebenfalls der Roederer bei den sehr bekannten Marken. Billecart Salmon ist für mich ebenfalls sehr hochwertig, im Geschmack aber nicht so jedermanns Liebling. Ich denke man mag ihn oder eben nicht ;-) Da ist der Roederer zugänglicher. Mit der Aussage, das die meisten großen Chmapagnermarken nicht das ins Glas bringen, was man für den Preis erwartet gehe ich absolut mit. Habe schon diverse bekannte Marken im Glas gehabt, die weniger Spaß bereitet haben als ein guter Winzersekt. Ganz großes Kino in meinen Champus-Erlebnissen waren alte Jahrgangs Dom Perignons, teilweise als Magnumvariante, die nach über 20 Jahren goldgelb im Glas erscheinen und trotz des Alters eine super Perlage hinlegen. Geschmacklich ist sowas für mich unbeschreiblich… Eine Flasche aus 1982 liegt noch im Keller und ist demnächst dran :-)
    Des weiteren steht demnächst die Verkostung eines BRICE Vintage und einen Billecart Brut Sous Bois an. Bin gespannt, was mich da erwartet.
    Wer mal guten deutschen Sekt in champagnerähnlicher Qualität sucht könnte bei Andres & Mugler fündig werden. Die Cuvee Louis braucht sich auch hinter guten Champagnern nicht zu verstecken und ist preislich um 15 Euronen angesiedelt…
    Mit Cremant habe ich gute Erfahrungen mit Poll Fabaire (aus Luxemburg) sowie Gratien & Meyer gemacht. Beide sehr lecker und preislich attraktiv.
    Immer nur Champus würde das Besondere dieses getränks in den Hintergrund treten lassen ;-)

    Erwarte mit Spannung die nächste Champagner-Verkostung. Weiter so…. Dann vielleicht mal mit etwas weniger bekannten, aber guten Champagnern.

    Beste Grüße,
    Michael

    • Rainer schreibt:

      “Immer nur Champus würde das Besondere dieses Getränks in den Hintergrund treten lassen ;)”

      Oder wie Stuart Pigott es formuliert:
      “Wenn Wein erwähnt wird, schaltet jeder dritte Deutsche sofort ab und denkt an sein nächstes Bier. Dafür habe ich volles Verständnis.”

  17. A. Hofer schreibt:

    Ich oute mich hier mal als Champagner-Muffel. Alles was beim Wein als no-go in Hinblick auf Qualität gewertet werden würde, ist beim Champagner erlaubt. Keine Angabe von Jahrgängen, keine Lagen, Mischen verschiedener Jahrgänge, Zukauf anonymen Traubenmaterials… Das resultiert doch nur daraus, große Mengen produzieren zu können. Dafür mehr als 30 Euronen? Nein Danke.

    • decucinaria schreibt:

      genau so ist es. der grösste teil der “générique” champagner aus grossen häusern ist müll, bzw. teure fantasie. besser wird es bei den jahrgangsflaschen. da ist man seriös und gibt sich mühe. dom P 1978 rosé als magnum oder 82 sind ein geschenk vom himmel. die unterste schublade dieser häuser ist also das geld nicht wert. für 35 euro gibt es burgunder, jura, bordeaux, die viel mehr spass machen!

  18. Stefan schreibt:

    Das geht mir ähnlich. Vor allem die Standardchampagner haben mich schon sehr oft enttäuscht und die Prestigechampagner sind mir dann auch einfach zu teuer. Alternativen sind die schönen Sekte von Huber in Baden oder Raumland in Rheinhessen.

  19. AxelF schreibt:

    Ich/ wir warten noch auf einige Antworten zum Thema:
    Lagerfähigkeit / Erkennbarkeit des Alters bei diesen non vintage Sprudeln.

    Hab gerade selbst eine positive Überraschung mit einem Cremant de Limoux gemacht.
    Millesime 2008 vor einigen Wochen gekauft, war noch genau so auf der Höhe wie ein nachgekaufter 2010er.
    Laurens “Clos des Demoiselles” von Möpi für z.Zt. 13 Euronen.
    Natürlich Méthode Traditionelle.
    Hat für mich viele, wenn nicht alle Attribute, die ich persönlich auch einen schönen Basis-Champagner mag und erwarte.
    Hefige, nussige und leichte Apfelnoten. Ansprechende frische Säure und gewisse Länge.
    In der Vergleichsprobe bei Möpi nur durch den mehr als doppelt so teuren Pol Roger White Foil geschlagen. Auch die Möpi Eigenimporte Champagner im Segment zwischen Cremant und Pol Roger waren enttäuschend dagegen.

  20. Gilli Vanilli schreibt:

    Das ist immer noch n. Bisl deine Mission oder – Discounter Weine/Champus gegen Marken :-)
    Aber warum nennst du deine Frau Kameramann ?? Wenn dann Kamerafrau oder ;-)

    aber das du ne Champus blinderverkostung machst ohne mich das macht mich schon traurig :-(

    • hendrikthoma schreibt:

      Hi Gilli, gerne mal demnächst und der Kameramann war dieses Mal ein Mann! Kann ihn ja schlecht Frau nennen!

      • Gilli Vanilli schreibt:

        Echt dann verwechsel ich das hab mir grad die letzten Videos in Reihe angeschaut dann war’s bei einem der anderen wo ich Beverly arm gesehen hab

  21. Fabian schreibt:

    Gelbe Farbe – “fast’n bisschen verdächtig”: warum ist das so? Was kann man hier aus der Farbe schließen? Warum ist diese auffällig bzw. “verdächtig”?

  22. Julian Kugoth schreibt:

    Toller Beitrag Hendrik,
    ich bin auf der Suche nach exakt solchen bauchigen Champagnergläsern. Kannst du mir verraten wo du die herhast?

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