50. Folge – St. Eirische Weine und ein Jubiläumsgast

Wein Soul-Faktor Euronen
2011 Gelber Muskatteller Klassik
Weingut Schauer, Südsteiermark
bis 10
2011 Weißer Burgunder „Kittenberg“
Weingut Schauer, Südsteiermark
bis 10
2011 Sauvignon Blanc „‚Gaisriegel“
Weingut Schauer, Südsteiermark
10-20

Heute ist wieder Freebie-Tag. Das sind Flaschen, die mir die Winzer nach Absprache zuschicken und bewertet wissen wollen. In der 50. Folge stehen die Weine vom jungen südsteirischen Winzer Stefan Schauer auf dem Tisch. Dieser ist vor drei Jahren, nach Stationen beim Wachauer Weingut Johan Donabaum, in den elterlichen Betrieb im Piemont und beim steirischen Urgestein Alois Gross eingestiegen.

Die Südsteiermark, ganz nah an der slowenischen Grenze, ist ein sehr kleines Anbaugebiet im Süden Österreichs. Hochgelegene Weingärten mit moderatem Klima und vulkanische Urgestein- und Schieferböden prägen die natürlichen Bedingungen, die einen einzigartigen Stil erzeugen. Die Südsteiermark ist vor allem für aromatische Weißweine ein hervorragendes Terrain. Insbesondere der Sauvignon Blanc, mit seiner knackig frischen Art ist der bekannteste Exportartikel dieser Region geworden. Aber es wachsen auch hervorragende Chardonnays, die dort Morillon genannt werden, oder auch wunderbar exotisch duftende Muskatteller und Burgunder.

Mein heutiger Gast ist H. O. Spanier aus dem rheinhessischen Wonnegau. Er produziert gemeinsam mit seiner Frau Carolin trockene Rieslinge von Weltklasse. Auch er fing vor 20 Jahren als Jungwinzer an und ist heute ein ganz Großer im Geschäft. Da wir abends noch zu einer gemeinsamen Präsentation seiner Weine im St. Pauli Weinklub verabredet waren, bat ich ihn einfach zu dieser Verkostung dazu.

Wir waren beide positiv überrascht, vor allem von der guten, bezahlbaren Qualität, die Stefan eingesandt hat. Er steht noch ganz am Anfang, aber man merkt eine Menge Soul in seinen Weinen. Der trockene Muskatteller ist ein Paradebeispiel für diese Rebsorte. Man riecht Grapefruit, Zitrusfrüchte, Rose und frische Weintrauben. Ein leichter Wein, der super mit orientalischen Gewürzen kombiniert werden kann. Der Weißburgunder wirkt etwas zu fad, ist aber absolut sauber und klar vinifiziert. Man würde sich etwas mehr Ecken und Kanten, sprich Mineralität und Dichte, im Glas wünschen. Trotzdem ist das kein Wein, den ich einfach von der Tischkante stoßen würde.

Der eindeutig beste Wein ist der mineralische Sauvignon aus der Lage „Gaisriegel“. Kein lauter Vertreter, sondern ein tiefgründiger Wein. Nicht für Liebhaber des grasgrünen Sauvignon-Blanc-Stils, sondern mehr für Liebhaber von nach Feuerstein duftendem Pouilly-Fumé oder Sancerre von der Loire. Zu dem Preis ist der „Gaisriegel“ sicherlich ein gute Alternative.

Es wird sich lohnen, Stefan Schauer über die nächsten Jahre genau zu beobachten. Er zeigt mit seinen Weinen einiges an Talent und das richtige Händchen. Insgesamt muss er sich noch steigern und stärker polarisieren, um weiter vorne mitzumischen. Dass man ihn in den einschlägigen Wein-Publikationen nicht findet, ist unverständlich, aber wird sich wohl bald ändern.

Großer Dank an Hans Oliver Spanier, zu dieser Jubiläumsausgabe spontan einzuspringen und ganz unbefangen mitzuverkosten. Im Link das Video mit seiner charmanten Frau Carolin und die Idee, Stein in Wein zu verwandeln.

Über hendrikthoma

Master Sommelier und Gastgeber bei Wein am Limit
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14 Antworten zu 50. Folge – St. Eirische Weine und ein Jubiläumsgast

  1. Stefan schreibt:

    Wieder eine sehr schöne Folge. Zum Verhältnis zum Journalismus hätte man gerne mehr gewusst.

  2. Jenny Kunaschk schreibt:

    Hallo Hendrik,
    den Muskateller hatte ich am Flughafen in Wien. War lecker.

  3. Mathias schreibt:

    Hallo Hendrik,
    erstmal Herzlichen Glückwunsch zur 50sten! Schöne Folge, netter Gast, aber für’s Jubiläum doch recht unspektakulär?! Auf jeden Fall funktioniert es auch mit Auto-Kamera, sogar die Etiketten waren gut lesbar!
    Bin übrigens auch ein großer Fan von aromatischen Sorten wie Muskateller, Gewürztraminer oder auch Rieslaner. Ich finde immer, davon braucht man gar nicht so viel zu trinken, weil es schon beim “Schnüffeln” so viel zu entdecken gibt. Und ich muss Herrn Spanier unbedingt recht geben, dass man aus der Scheurebe hervorragende Weine machen kann, die einem guten Sauvignon in nichts nachstehen. Leider hat er immer doch das Image eines einfachen, süßlichen Zechweins und ich kenne nur wenige Winzer, die sich da richtig Mühe geben (Vielleicht kennt da jemand gute Adressen? – Fahre demnächst in die Pfalz!).
    Viele Grüße und auf die nächsten 50!

    • hendrikthoma schreibt:

      Hallo Mathias, vielen Dank für Deine Einschätzung. Bei der 100. Sendung gebe ich Gas! Versprochen!! Viele Grüße, Hendrik

    • Praterralle schreibt:

      Hallo Mathias,
      probier mal Eva Vollmer oder Wittmann aus Rheinhessen. Ist für einen Franken schwer zu sagen, aber was die beiden produzieren läßt die meisten Sauvignon Blancs aus Deutschland wie Katzen.. aussehen.

  4. Marco Rosso schreibt:

    Der Steinweinmann aus Hohen-Sülzen. Einer meiner großen Favoriten in Deutschland,einfach genial !

  5. Stephan Lappas schreibt:

    Lässiges Video mit einem Spanier aus Rhoihesse… Ich hätte mir allerdings zur 50. Sendung neben einem super Gast(für den ich H.O. definitiv halte) ein anderes Thema und mehr Input gewünscht. Es war dann doch eher das kurze Verkosten eines ganz guten steirischen Winzers mit ein paar Verbesserungsvorschlägen. Mensch Hendrik…50. Sendung, H.O. im Haus… Da muss einfach krachen… So viel Erfahrung und Wissen vor der Kamera und dann so was… Schade! Da wäre mehr drin gewesen. Trotzdem danke für 50 Folgen Wein am Limit und bitte mehr davon. Lg aus Salzburg. Stephan

  6. Henning schreibt:

    Moin Hendrik,

    nachdem ich 50 Folgen lang nur Leetcher war, finde ich es an der Zeit, dem Künstler sein Brot durch Applaus zu geben. Toller Typ, tolles Format, tolle Weine.

    Dank Dir und WaL habe ich viele Perlen entdeckt, die mir sonst verborgen geblieben wären, vom “Alltagswein” des Clavell bis hin zu Foradoris Sgarzon. Ich traue mich sogar wieder an Weißweine heran, die mir seit “Kindheitstagen” durch die Edelzwicker, Müller-Thurgau, Lidda-Weißweine aus dem heimischen Supermarkt, die die Eltern abends auf dem Tisch hatten, gründlich verdorben waren. Essigsauere Brühe, die mit Staubtrockenheit beeindruckte. Durch die Vorbelastung war ich fast überrascht, daß es auch anders geht.

    Mach weiter so, auf die nächsten 50 Sendungen, und zur 100. Folge darfst Du auch gerne ein kleines Tischfeuerwerk abbrennen.

    Viele Grüße aus Hamburg
    Henning

  7. Mathias schreibt:

    Bisschen mau hier mit den Kommentaren in letzter Zeit! Da muss mal was passieren! Wann kommt eigentlich die Folge mit den vorangekündigten Weinen zum mitverkosten?
    Gruß, Mathias

  8. Gilli Vanilli schreibt:

    endlich neue kamera?? das war deutlich besser als die fokussiererei sonst immer!!

    HO immer n cooler gast – hätte gern auch noch ne flasche von ihm im video gesehen

  9. Gilli Vanilli schreibt:

    PS: HO sein weissburgunder is absolut super !

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