59. Folge – Burgund bezahlbar oder Frankreich, der Trilogie 1. Akt

Wein Soul-Faktor Euronen
2010 Bourgogne Rouge „Le Chapitre“
Domaine Sylvain Pataille, Marsannay La Côte, Côte d’Or
10-20
2010 Cuvée L’Héritière „Les Crenits“
Nicolas Rossignol, Volnay, Côte d’Or
20-30
2010 Fixin „La Place“
Domaine Jean Tardy, Vosne-Romanée, Côte d’Or
20-30

Eigentlich müsste die heutige Folge „Burgund halbwegs bezahlbar“ heißen. Bei kaum einem Wein scheiden sich die Geister so, wie bei rotem Burgunder, der zu 100 % aus der Sorte Pinot Noir gekeltert wird. Dabei hält der goldene Hang, die Côte d’Or, einige der faszinierendsten Pinots der Welt bereit. Weine mit rotfruchtigem Himbeer-, Sauerkirsch- und Johannisbeeraroma, die hervorragend reifen können. Im Laufe ihrer Entwicklung wandelt es sich ein erdiges, trüffelartiges Bukett von größter Feinheit.

Die Lagen, die in erster Linie in südöstlicher Richtung ausgerichtet sind, bestehen aus einer Kalksteinformation des Lias, Dogger, Malm (schwarzer, brauner und weißer Jura). Durch das stark variierende Landschaftsrelief und die Abbruchkante zur Ebene der Saône kommt es zu starken Unterschieden. Deswegen ist im Laufe der Jahrhunderte eine recht verwirrende Klassifikation der Weinberge vom Grand Cru, über Premier Cru zum Dorfwein entstanden. Den qualitativen Sockel bilden die regionalen Weine, wie z. B. Bourgogne Rouge oder die Hautes-Côtes (Nuits oder Beaune). Das Klima im Burgund ist semikontinental, und die Jahrgänge können aufgrund von Frost und Regen sehr unterschiedlich ausfallen.

Doch in erster Linie sind es die Produzenten selbst, die dem Burgunder seine eigentliche Faszination einhauchen. Es gibt eine Menge teurer, schlecht gemachter Grand Crus. Denn nur ein Winzer mit echten Ambitionen, tollen Lagen und einem gutem Händchen füllt wirklich spannenden Stoff ab. Trotzdem ist viel Bewegung auf dem Markt, und selbst für Experten ist es schwer, einen umfassenden Überblick über diese stark parzellisierte Landschaft zu haben.

Deswegen ist mein klarer Rat, Burgunder nur bei Händlern zu kaufen, die diesen Landstrich häufig bereisen und quasi mit den Winzern, Fässern und Weinstöcken per Du sind. In diesem Fall ist es der Hamburger Weinhändler Nobby Müller, der mir drei rote Burgunder mit der Bemerkung, Burgund muss nicht teuer sein, in die Hand drückte. Das hat mich neugierig gemacht, weil ich Nobby als ausgewiesenen Experte und Liebhaber von Burgunder schätze.

Nun sind 20 Euro für eine Flasche Wein im Basisbereich schon ein saftiger Preis. Aber im Burgund geht ab diesem Preisgefüge sehr häufig erst so richtig die Post ab. „The sky is the limit.“

Fairerweise sollte nicht unerwähnt bleiben, dass das auch in Deutschland, Neuseeland, Kalifornien und Österreich der Fall ist. Niedrige Erträge, Holzfassausbau, hoher Aufwand bei der Herstellung und geringe Verfügbarkeit von wirklich guten Burgundern haben dieses Preisgefüge entstehen lassen. Diese hellfarbigen Weine sind auch nicht jedermanns Sache. Durch ihre prägnante, frische Säure und seidige Textur haben sie viel von einem Weißwein. Cabernet- und Shiraz-Freunde werden hier enttäuscht sein. Ein Freund sagte mir einmal recht treffend über den Charakter dieser Weine: Pinot Noir ist roter Riesling.

Der Bourgone Rouge „Le Chapitre“ von der jungen Domaine Sylvain Pataille ist für seine Klassifikation teuer und in Anbetracht seiner Qualität fair bepreist. Er hat diesen unkopierbaren Duft eines Weines von der Côtes d’Or nach Sauerkirschen und Himbeeren. Wunderbar ausgewogen, nicht zu fett, gleitet er mit einer saftigen Frische über die Zunge. Ein sehr guter Burgunder, der in diesem Segment weit über dem Durchschnitt liegt.

Schwierig war der Lieu Dit (eine nicht klassifizierte, aber erwähnenswerte Parzelle, gepflanzt in 1922) „Les Crenits“ vom alten Hasen Nicolas Rossignol aus Volnay. Er wirkt zurzeit etwas sperrig, stinkig und verschlossen. Mir fehlt auch etwas Präzision und Klarheit in diesem 2010er. Aber bei Burgund sollte man sehr vorsichtig sein, ihn mit einem schnellen Urteil abstrafen, speziell aus der Hand eines guten Winzers. Eines ist klar, der „Les Crenits“ braucht Luft und Zeit.

Der 2010er Fixin „La Place“ von Jean Tardy ist vielleicht der feinste Wein der Runde. Dieses Dorf, ganz im Norden Burgunds an der Stadtgrenze von Dijon, ist nahezu unbekannt. Hier werden fast ausschließlich Pinots gekeltert. Einige Weinberge im Süden der Appellation grenzen direkt an den berühmten Weinbauort Gevrey-Chambertin und nicht, wie falsch im Video behauptet, an Morey-St.-Denis. Sie können durchaus denselben Charakter wie die Gevrey-Chambertin aufweisen, ohne dieselbe Mächtigkeit zu erhalten. Dieser Fixin verströmt ein ganz dezentes feines Burgunderaroma im Glas und besitzt keine störenden Holznoten (das gilt für alle drei vorgestellten Weine). Er macht jetzt schon in dieser jugendlichen Fruchtphase viel Freude und wird sicherlich ohne weiteres weitere 6-8 Jahre wunderbar weiterreifen können.

Um mit den Worten eines Bordeauxfreundes aus der Schweiz diese Folge abzuschließen: In der Not tut es manchmal auch der Pi-not!

Weiterhin mehr Spaß im Glas wünsche ich euch!

Euer Hendrik

Über hendrikthoma

Master Sommelier und Gastgeber bei Wein am Limit
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33 Antworten zu 59. Folge – Burgund bezahlbar oder Frankreich, der Trilogie 1. Akt

  1. Rainer schreibt:

    Hallo, Hendrik!

    Erster Teil der Frankreich-Trilogie hört sich gut an. Das Burgund allein wäre schon 3 Folgen wert, aber das wird es sicher nicht werden in den nächsten beiden Folgen geht’s bestimmt in andere gebiete?

    Folgende Verständnisfragen noch zu dieser Folge, bin mir nicht sicher ob ich das richtig verstanden habe:
    Video 01:53 „Burgunderleute sind introvertierte Leute, ein wenig kritisch… na ja…“

    Beim Händler Lobenberg fand ich es dazu etwas deutlicher formuliert, meintest Du das so wie hier beschrieben?

    “…das Klima und die Böden des Burgunds machen seine Weine zu unantastbaren Ikonen seiner autochthonen und sehr terroir-sensiblen Rebsorten Pinot Noir und Chardonnay. Diese Weinbauregion hat keinen anderen Referenzpunkt als sich selbst. Und genau so muten einem oft die Ureinwohner an. Sie wirken oft verschroben, kleinkariert und auf sich selbst bezogen. Aber wenn dies dazu nötig ist, um solche Weine zu machen, dann kann man nur sagen:”Sei’s drum”.”

    8:10 „Wir sind hier ganz im Norden an Dijon, wo der gute Senf herkommt…”

    Interessant, auch hierzu fand ich auf einer Händlerwebseite (Weinhalle) einen ähnlichen Kommentar der den Sachverhalt etwas deutlicher beschreibt:

    “Fast schon in den Vororten von Dijon entdeckte Sylvain Pataille einen alten Weinberg, bestockt mit extrem alten Reben, rot und weiß: Le Chapitre. Er ließ den Boden analysieren und war wie elektrisiert als die Analysen ergaben, daß er auf verblüffende Weise dem des weltberühmten Musigny gleicht. Hier entstehen winzige Mengen eines atemberaubend guten Pinot Noirs, von dem es nur wenige hundert Flaschen gibt. “

  2. opusmachina schreibt:

    Hallo,

    wieder eine interessante Folge.
    Frankreich ist leider noch ein wenig ein weißer Fleck auf meiner persönlichen Landkarte.
    Ich habe aber schon eine Weile vor, mich mal eingehender mit Pinot Noir / Spätburgunder (gerade auch aus Deutschland) zu beschäftigen, bzw. einzutrinken.
    Also wieder eine gute Anregung von WaL, danke dafür, Hendrik.

    Cheers!

  3. Philipp schreibt:

    Hallo Hendrik,

    ein sehr spannendes Thema welches du da aufgegriffen hast! Die “wahren” Burgunder kann man tatsächlich nicht mit anderen Pinot Noirs vergleichen. Auch für mich war diese Tatsache bevor ich mich intensiver mit der Burgund beschäftigt habe immer nur schwer verständlich. Ehrlich gesagt dachte ich bis vor einiger Zeit dass diese Weine überschätzt werden. Tatsächlich ist in Sachen Pinot nichts mit dem Burgund vergleichbar und das viel diskutierte “Terroir” ist hier wirklich einzigartig.

    Ich kann nur als Tipp geben sich einmal selbst ein Bild von der Burgund zu machen und die Winzer vor Ort zu besuchen. Es lohnt sich wirklich und auch im Burgund (man mag es kaum glauben) kann man “Schnäppchen” machen (wobei viele 30-40€ für einen Grand Cru vielleicht nicht als Schnäppchen ansehen).

    TRINKT MEHR BURGUND!

  4. Sven schreibt:

    Burgund ist sicher das Non-Plus-Ultra. Bisher habe ich jedoch keine Erfahrungen mit diesen Tropfen machen können.
    Ich mag Weine von Hanspeter Ziereisen, die teils burgundisch anmuten, wie man mir sagte (zB Rhini Spätburgunder 2009).

  5. m_arcon schreibt:

    Tolle Sendung wieder, wobei das Burgund sicher ein super komplexes Thema ist mit seinen ganzen Appellation. Ich selbst bin in Sachen Burgund leider auch noch nicht sehr bewandert will mich dem Thema aber in der kommenden Zeit mehr widmen. Vielleicht kann der ein oder andere hier ja seine Tipps mit angeben das wäre sicher auch für die anderen “Burgund-Laien” hilfreich.

    Freu mich schon auf die anderen Teile der Frankreich Trilogie. :-)

    Cheers Marc

    • Rainer schreibt:

      http://fr.wikipedia.org/wiki/Grand_cru_%28Bourgogne%29#Liste_des_grands_crus

      Wenn man nach “großen Weinen” googelt begegnen einem eigentlich immer wieder die gleichen Namen. Es ist wie beim “Auto-Quartett” in Kinderzeiten. Was die Brummer und was die Nuckelpinnen sein sollen (lt. landläufiger Meinung) das hat man sich schnell angelesen. Und dann kann man ja nach dem Zufallsprinzip weiter suchen und wird dabei feststellen welche Namen immer wieder als Referenz genannt werden.

      Nur mal so als Vorschlag. Jeder Jeck ist anders, so wie beschrieben ist es jedenfalls mein Eindruck, dass es bei Wein-Marken ähnliche Hierachien wie bei Autos gibt. Teilweise bieten die ja auch was trotz erheblichen Kaufwiderstand – aber das findet sich dann schon was davon was taugt und wozu es was taugt.

      • Gobenn71 schreibt:

        Also nur auf die Grand Crûs zu gehen, ist doch nicht wirklich das Wahre, dazu muss man sehr sehr viel Geld haben und ist dann trotzdem nicht vor Entträuschungen gefeit.
        Das ist doch mit Wein allgemein so. Auf Deutschland bezogen z.B. : Klar, im VdP sind sehr viele Topwinzer, einige der VdP-Winzer gehören auch zu meinen absoluten Favoriten aber gleichzeitig gibt es auch dort viel Mittelmass, was aber dann automatisch teurer ist.
        Richtig spannend – und meist eben auch preiswerter – finde ich hingegen viele kleine Betriebe doch ausserhalb des VdP’s.

        Im Burgund kenne ich mich nicht wirklich aus, aber ich denke mal dass es dort auch nicht anders ist. Romanee Conti macht bestimmt super Wein (ich habe sie noch nie probiert und werde es angesichts der Preise sicher auch nie, ausser ich werde eingeladen ;-) …), aber in erster Linie handelt es sich dabei doch um eine MARKE aus dem absoluten Premium-Bereich, die einen entsprechenden Preis kostet.

    • Rainer schreibt:

      http://www.captaincork.com/Weine/diesen-wein-trinkt-die-kanzlerin-jadot-weisswein-2010-2009?Seite=2

      Ebenfalls sehr unterhaltsam zu lesende Kommentare zum Burgundereinkauf. Besonders dem derzeit letzten Beitrag dort fehlt es nicht an Biss. ;)

      • Rainer schreibt:

        Ja, der Preis spielt schon eine Rolle und ich kaufe auch lieber Wein der weniger als 10,- EUR kostet – aber damit findet sich dann aus dem Burgund wohl doch nur so was wie der Bourgogne Aligoté AOC, 2011 für 3,99 oder der Chablis AOC, Weißwein 2011 für 5,99 aus dem Onlineshop vom Lidl. ;)

        Hab beide Weine nicht probiert, kann ja trotzdem gut schmecken, ich weiß es nicht.

        Mein Hinweis auf die Gran Crus war nur als Leitfaden gedacht an dem man sich bei der Erforschung des Burgunds entlang hangeln kann, nicht in erster Linie um genau diese Weine zu kaufen sondern um zu sehen welche nicht so teuren Burgunder bei den jeweiligen Weingütern als Zweit- oder Drittwein erhältlich ist und welche Winzer in den Verkostungsnotizen von Wein-Blogs mit der jeweiligen Stilistik der großen Weine verglichen werden.

        Gib doch mal bei Google “Burgund Pinot noir” als Suchbegriff ein und klick dann auf das Suchergebnis “Shopping-Ergebnisse für Burgund Pinot noir”
        Ungefähr 2.090 Ergebnisse werden mir da genannt. Das reicht doch erst einmal um ein bisschen zu stöbern, zu lesen, Preise zu vergleichen und sich was auszusuchen, oder nicht? ;)

  6. Gobenn71 schreibt:

    Ich würde ansonsten mal einen Vergleich zw. deutschen und burgundischen Pinots spannend finden.
    Zur Zeit trinke ich viel deutschen Pinot. Am besten gefällt mir dabei bisher das mittlere Segment mit Preisen zwischen 15-25 €. Da kann man in Baden (z.B. bei dem hier schon mehrfach behandelten Holger Koch, Reinhold & Cornelia Schneider sowie natürlich Huber) oder auch bei Becker aus der Pfalz schon sehr schöne Sachen bekommen.
    Neulich hatte ich sogar mal einen Kirmann im Glas. Spätburgunder aus dem Harz, vermutlich der Nördlichste Pinot überhaupt. Und der war wirklich nicht schlecht, wenn auch die Pendants aus der Pfalz und Baden mit mehr Wucht daher kommen.

  7. Michael schreibt:

    Moinsen,
    ich meine, das die deutschen Pinots anders sind als die burgundischen. Mit besser oder schlechter kann man das schwer bewerten, vielleicht ist es sogar unmöglich. Für mich ist die deutsche Liga geradliniger, klarer im Geschmack, währenddessen die burgundischen Kollegen runder, weicher und einem breiteren Geschmackspektrum ganz anders aufgestellt sind. Meine Denke dazu…
    Wohlschmeckende deutsche Pinots sind auch schon unterhalb der genannten 15 Euronen zu bekommen. Schwer begeistert bin ich zum Beispiel vom Spätburgunder “R” 2009 von Immengarten Hof. Ab Hof Preis 13,90 Euronen. 24 Monate Barrique…
    Gruß,
    Michael

    • Gobenn71 schreibt:

      Hallo Michael,
      Du hast vollkommen Recht. Meine obige Preisangabe ist nicht so zu verstehen, dass es unter 15 € nichts gibt.
      Auch die Einstiegsburgunder u.a. der oben genannten Winzer sind aus meiner Sicht bereits sehr gut und die gibt es alle schon um die 10 € im Handel bzw., direkt beim Winzer sogar darunter.

      Die etwas höhere Güte- (und somit eben auch Preis)-Klasse bringt das Pinot-Erlebnis aus meiner Sicht aber etwas intensiver rüber (kann man sicher auch nicht verallgemeinern, war aber bei einigen SB’s der Fall, die ich probiert habe). Gerade als Einsteiger ist eine Rebsorte wie Pinot schwer zu verstehen, wenn man vorher meist nur südeuropäische oder internationale Powerweine á Syrah, Tempranillo, Malbec & Co. getrunken hat, die mit sehr viel Wucht und Frucht daherkommen. Ich kam auch mal von dieser Schiene und habe mich dann nach Verkosten eines Einstiegsburgunders gefragt, was da soll. Erst als ich durch etwas intensivere aber auch teurere Weine das Erlebnis ‘Pinto Noir’ für mich entdeckt habe, habe ich gelernt, auch die leichteren Einstiegsweine zu schätzen.

      • Michael schreibt:

        …ich denke sowas ist online schwer zu diskutieren. Für mich war es bisher schwer einen gut gemachten Pinot um 15 Euronen von den (angeblichen) Top Pinots für 30 Euro und mehr zu unterscheiden so das der doppeltn und höhere Preis sich rechtfertigen ließe. Auch hier gilt für mich die Maßgabe, das ich das kaufe was mir selbst schmeckt. Meist lande ich aber gerade daher in der Mittelklasse (preislich) um 15 Euronen lande. Teuer wird es nur, wenn der Wein wirklich so einzgartig schmeckt, das ich bereit bin die Kohle auf den Tisch zu legen. Meist erkenne ich aber keinen gerechtfertigten hohen Preis.

        Die Preislage koppelt sich oft mit bekannten Namen, hoher Bewertung diverser Weinpäbste und Erreichung irgendwelcher Traubenanzahlen in grünen Büchern… Was nützen mir viele Trauben und Punkte, wenn der Wein nur dem Bewerter, aber nicht mir schmeckt ;-)

        Gruß,
        Michael

  8. Rainer schreibt:

    Gestern zum Abendbrot eine Flasche Gräfenhauser Spätburgunder aus 2009 aufgemacht.

    http://drunkenmonday.wordpress.com/2011/06/20/funf-winzer-ein-wein-2008-sudpfalz-connextion-grafenhauser-spatburgunder/

    Hab nicht damit gerechnet, dass mir der schmeckt. Hab die Flasche nur aus Sympathie für das Weinbergprojekt gekauft – war mir auch egal ob der was für mich ist oder nicht. Umso schöner – ich mag ihn! :o) Erinnert an Kindertage, der Duft selbst gemachten Himbeersafts im Haus meiner Tante und ein Hauch Küchenkräuter, etwas Sauerampfer – das sind glücklich machende Erinnerungen für mich. Toll!

    YouTube: Weinwunder Deutschland, Folge 3, Jäger der verlorenen Schätze
    Mit dem immer unterhaltsamen Stuart Pigott ab 22:00

    Und? Find ich so was auch im Burgund? Oder bin ich beim deutschen Spätburgunder der beschriebenen Machart schon am Ziel meiner Wünsche? Ich weiß es nicht – werde es sicher auch noch herausfinden – aber besonders darauf fixiert bin ich deswegen
    nicht.

    • Michael schreibt:

      Davon habe ich mir auch mal zwei Flaschen gegönnt und eine vor einiger Zeit geköpft. Ist meiner Meinung nach ein 2008er gewesen. Sehr lecker… Habe ich gekauft weil ich ihn vorher bei Kranz probieren durfte und weil ich das Projekt klasse finde. Ohne den “Idealismuszuschlag” ist er eigentlich zu teuer. Ich finde den Gräfenhauser ganz weit oben. Würde mal sagen, das in der Preisliga das Ganze schon on top angesiedelt ist. Der Gräfenhauser löst aber auch immer sehr kontroverse Diskussionen aus. Mal schauen wo es hier hinführt ;-)

      • Rainer schreibt:

        Hier mal ein „schlechtes“ Beispiel für Bezugnahme auf eine Referenz im Burgund. „Schlecht“ nur in dem Sinne, der Vergleich soll für einen deutschen Spätburgunder werben und führt den Pinot-Noir-de-Bourgogne-Suchenden ein wenig von seiner Spur – aber nur ein wenig. ;)

        „In der Nase ein verführerischer Strauß von roten Beerenaromen („Das ist ja Stil Chambolle-Musigny”, jubelten begeisterte Kunden bei unseren Verkostungen in Saarwellingen!), insbesondere betörende Anklänge an rote Johannisbeere und eine feine, attraktive Kirschfruchtigkeit, die eine klare, unverfälschte Burgundertypizität erkennen lässt.“

        Aha, „Chambolle-Musigny“ wird hier also als Referenz herangezogen – das ist doch schon mal eine Hilfe. Mit diesem Suchbegriff lässt sich doch nun was Originales aus dem Burgund finden.

        Das o.g. Zitat bezieht sich übrigens auf „Holger Koch, Spätburgunder Alte Reben, Baden 2010″

        http://de.wikipedia.org/wiki/Chambolle-Musigny

        Chambolle-Musigny liegt ca. 15 km südlich von Dijon…

        Tja, scheint ein gerne zitierter Ort zu sein – “südlich von Dijon” ist ja auch ein Stichwort dieser WaL-Folge hier.

  9. Dennis schreibt:

    Auch deutsche Burgunder können sich in der Weltspitze sehen lassen, haben aber auch aus Deutschland ihren berechtigten Preis!
    Kürzlich trank ich einen Meyer-Näkel Spätburgunder Waldporzheimer Kräuterberg GG 2006 (ca 60,-) oder den Jaspis Spätburgunder 2006 von HP Ziereisen.

  10. Peter schreibt:

    Bourgogne, schwieriges Thema. Habe in den letzten Jahren immer wieder welche probiert, und vor allem festgestellt, daß diese Weine oft überraschen, positiv, aber auch negativ (letzteres vor allem durch übermäßige Säure!). Daher verlasse ich mich, wenn ich sicher gehen möchte, z.B. beim Bestellen im Restaurant, lieber auf deutsche Spätburgunder. Die besten, die ich kenne, sind aus Rheinhessen: St. Antony (Nierstein), Schnell (Worms) sowie Kühling-Gillot (Bodenheim). Letztere sind, im Gegensatz zu französischen Pinot Noir, IMMER gut bis köstlich.

  11. Praterralle schreibt:

    Salut Hendrik,
    Superthema. Mit Pinot Noir aus der Bourgogne trinkt man eigentlich Geschichte. Bei uns fing der Rotweinhype eigentlich in den 80ern an, in der Bourgogne in der Römerzeit. Sicherlich sind derzeit die Preise für verschiedene Grand Crus auf einem Spitzenniveau, vor allem durch aussereuropäische Spekulanten. Doch Bourgogne ist Kult, vor allem mit der lokalen Küche. Es gibt sicherlich auch gute Spätburgunder aus Deutschland, doch wenn ich hier die Weine auf Grand Cru- Niveau trinken möchte, nämlich die großen Gewächse, muß ich vielfach auch in die Tasche greifen. Wobei ich hier ebenfalls eine Lanze für Franken brechen möchte. Ein GG von Schmitt`s Kinder hat bei der Probe verdammt an einen Pommard erinnert. Auch Fürst, Luckert, Schloß Sommerhausen etc, bieten viel für ihr Geld. Bourgogne ist jedoch Geschichte und wenn man nicht ans Jenseits glaubt ein Weg Ambrosia schon auf Erden zu trinken. Auch sollte man nicht die Weine aus diesem Gebiet über einen Kamm scheren. Ich selbst habe eine Vorliebe für Pommard und weißen Meursault, würde aber die meisten anderen auch nicht von der Bettkante stoßen. Und während man große Bordeaux auch zu Hamburgern trinkt, nimmt man zum Burgunder Schnecken oder Boeuf Bourgignion oder die hervorragenden Rohmilchkäse ( Epoisses etc.). Die Leute in der Region habe ich immer nur als sehr nett empfunden, irgendwie den Franken ähnlich. Nicht zu kommunikativ, sondern auf das Wichtige bedacht. Im Studium bin ich oft mit Freunden nach Meursault gefahren. Wir waren zwar nach drei Tagen restlos pleite, aber glücklich. Kulinarisch ist diese Region glaube ich einzigartig auf der Welt

    • Rainer schreibt:

      “French paradox” war auch mal so ein Modethema. Ob dadurch ein Hype Rotwein betreffend ausgelöst wurde weiß ich nicht, gefreut hätte es sicher manchen Produzenten.

      Gerade mal bei eBay ausprobiert:
      4.418 Treffer Rotwein
      2.055 Ergebnisse gefunden für Weißwein

      Scheinbar noch immer ein gehyptes Produkt?

    • Gobenn71 schreibt:

      Hallo praterralle, dazu gleich eine Frage : was muss man für einen Einstiegs-Meursault denn so anlegen (es muss ja nicht gleich ein Coche Dury sein…)??

  12. Rainer schreibt:

    2 interessante Links zum Thema:

    http://www.vif.de/infos/download/feinschmecker2012-3.pdf

    Siegerwein: 2009 Côte de Nuits Villages “Coeur de Roches” von Frédèric Magnien, 16,90 EUR

    http://www.dasweinforum.de/viewtopic.php?f=22&t=1181&start=50

  13. Rainer schreibt:

    Google sagte z.B:
    Meursault, Côte de Beaune, AOC, Joseph Drouhin 0,75l 2008, 34,- EUR

    Empfohlen von einem Händler wurden mir:
    Dublere Bourgogne Millerands (16,90 €)
    2009 Bourgogne Blanc „Les Millerands“, Domaine Dublère für 16,90 Euro
    Haute Cotes de Beaune 2009, 13,90 €
    Bourgogne Blanc 09 für 14,90 € oder eine Klasse drüber den Bougogne Blanc Vielle Vignes 2009 (alte Reben) für 18,90 €.

    Zitat Weinhändler: “Fichet bietet ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis, seine Weine sind insbesondere für diejenigen perfekt, die es nicht ganz so wuchtig sondern lieber fein und elegant mögen (wohingegen Javillier und Dublere etwas expressiver sind).”

  14. Rainer schreibt:

    Nach „Meursault“ hab ich noch mal gesucht und folgende Anmerkung eines Händlers! zum Weinmacher David Moret gefunden:

    “Für uns sind diese extrem frischen (tolle Säure!) Mineralkonzentrate, die aber nicht vom neuen Holz verfälscht werden, auf einer Augenhöhe mit der Domaine Leflaive, Comte Lafon und Coche Dury.”

    Und weiter heißt es:

    “Für Meursault-Kenner gibt es nur drei überragende Lagen in Meursault, der mineralisch ausdrucksstärksten Weißwein-Appellation in Burgund. Hier gibt es, aus welchen historischen Gründen auch immer, keine Grand Cru-Lagen, sonst wäre es eindeutig “Perrieres”. Die wahre 1er Cru-Liga darunter teilen sich “Les Charmes” und “Les Genevrieres”, der Angreifer “Gouttes d’Or” ist so rar, dass er nur Insidern bekannt ist.”

    Von 14,95 bis 299,- EUR sind dort David Moret Meursaults zu haben.

  15. Rainer schreibt:

    Soeben aufgemacht und probiert:
    Dublere Bourgogne blanc Les Millerands 2009, 16,90 EUR
    Mild, kein Aufreger, eher fein, harmonisch rund – hätte lieber einen “bissig” frischen Riesling im Glas gehabt! ;)

  16. Stephan schreibt:

    Sylvain Pataille hatte ich auch vor ein paar Tagen im Glass.. Sehr schoene trinkbare Frucht, aber auch mit der Burgundischen Tiefe, Eleganz und Kuehle und soweit ich weiss ab naechtem Jahr dann mit dem verdienten ‘upgrade’ zum premiere cru!

  17. Messias schreibt:

    Hallo, super Thema erwischt.Da könnte man glatt 10 Folgen drüber machen. Ungemein interessant auch mal die “Einstiegsburgunder” kennenzulernen. Die großen Crus leben natürlich von Ihren Namen und Ihrer Bekanntheit. Leider sind sie für den täglichen Konsum nicht bezahlbar. Umso mehr war ich gespannt. Ich durfte schon den ein oder anderen Grand Cru bzw. Premier Cru probieren, wurde dabei nie enttäuscht. Die deutschen Großen Gewächse, sei es von Huber, Meyer Näkel oder Stodden sind dagegen gefühlt fruchiger, gebe Praterralle da völlig recht. Nicht schlechter sondern eben anders. Eher ans Burgund erinnerte mich ein Pinot aus Oregon, der preislich sogar deutlich vor den Crus oder GG lag. Quasi ein Burgunder für den Hausgebrauch.
    @Rainer. David Moret wirklich einen prima Stoff für vergleichsweise wenig Geld. Den Perrieres fand ich klasse.

    Ps. Freu mich schon auf die morgige Live-Verkostung.

  18. vinophil schreibt:

    Hallo Hendrik,
    spannendes Thema und schöne Weine!
    Habe den Chapitre im Februar bei Sylvan im Keller probiert und ihm knapp 88 Punkte gegeben; jetzt kann ich den Soul-Faktor einordnen ;-)
    Die Reben für den Chapitre stehen übrigens im äußersten Norden der Côte und reichen in die Vororte von Dijon rein und wechseln sich mit Schrebergärten ab. (Der Fixin kommt aus einer ca. 5km weiter südlichen Lage ;-)) Chapitre ist daher zwar nur als Bourgone klassifiziert, die Qualität, gerade von alten Reben, ist aber hervorragend und kann an das heranreichen, was sehr gute Dorflagen ins Glas bringen. Momentan gibt es gerade einen Run auf freie Parzellen….
    Und zum Thema Preis muß man sagen, dass man für einen deutschen Spätburgunder vergleichbarer Qualität wie ein guter Chapitre von beispielsweise Pataille oder Fournier eher mehr zahlt, als für diese wohlfeilen Burgunder!

  19. Gilli Vanilli schreibt:

    Bei dem was Deutschland zu bieten hat an Pinot ist Frankreich für mich weiterhin uninteressant und bleibt eine Seltenheit

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